Definition

Kinderarbeit ist enger definiert als der Begriff erwerbstätige Kinder. Kinderarbeit schließt erstens alle Kinder aus, die älter als 12 Jahre sind und nur einige Stunden pro Woche eine erlaubte leichte Arbeit verrichten. Zweitens sind Kinder ausgeschlossen, die älter als 15 Jahre sind und deren Arbeit nicht als gefährlich eingestuft wird. Grundlage für den Begriff der Kinderarbeit ist das ILO-Übereinkommen 138.

Von Kindern verrichtete gefährliche Arbeit ist jede Tätigkeit oder Beschäftigung, die sich schädlich auf die Sicherheit, die körperliche oder seelische Gesundheit oder die sittliche Entwicklung des Kindes auswirkt oder auswirken kann. Gefahren können auch von einer übermäßigen Arbeitsbelastung ausgehen – selbst dann, wenn eine Tätigkeit oder Beschäftigung als nicht gefährlich gilt.

Zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit gehören nach dem ILO-Übereinkommen 182:

  • alle Formen der Sklaverei und alle sklavereiähnlichen Praktiken (Kinderhandel, Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft, Zwangs- oder Pflichtarbeit, Zwangs- oder Pflichtrekrutierung für den Einsatz in bewaffneten Konflikten),
  • das Heranziehen, Vermitteln oder Anbieten eines Kindes zur Prostitution, zur Herstellung von Pornografie oder zu pornografischen Darbietungen,
  • das Heranziehen, Vermitteln oder Anbieten eines Kindes zu unerlaubten Tätigkeiten, insbesondere zur Gewinnung von und zum Handel mit Drogen.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung