Tabakkonzerne

E-Zigaretten-Szene kämpft gegen Tabaksteuer

Die Innocigs-Gründer engagieren sich in Brüssel und Berlin für ihre Branche und loben, dass die GroKo Tabakwerbung weiterhin erlaubt.

In die Politik hat es Dustin Dahlmann eigentlich nie gezogen. Doch inzwischen reist der 31-Jährige fast wöchentlich nach Brüssel oder Berlin, redet mit Abgeordneten, trifft andere Lobbyisten. Dabei wollte Dahlmann ursprünglich nur mit seinem 37-jährigen Bruder Dennis eine Geschäftsidee umsetzen: den Verkauf von E-Zigaretten und der dazu passenden Liquids.

Die beiden gehören zu den Pionieren der Dampfer-Szene in Deutschland. Ihr Unternehmen Innocigs steht von zwei Seiten unter Druck: Die Politik prüft, wie sie die elektronische Zigarette reguliert. Und die etablierten Tabakkonzerne drängen mit eigenen Alternativen auf den Markt – zuletzt kündigte Reemtsma den Marktstart an. Doch bislang behauptet sich Innocigs offenbar gut.

Weiterlesen Handelsblatt

Tabakkonzerne

Das gefährliche Revival der Zigarette

Kaum steigt die Zahl der Nichtraucher nachhaltig, treibt die Industrie einen neuen Trend voran: Die vermeintlich harmlose E-Zigarette.

Hin und wieder schaue ich mir gern einen Filmklassiker an. Unfassbar, wie früher in vielen Streifen nahezu pausenlos geraucht wurde. Im Vergleich zu den heutigen Filmen wird deutlich: Es gibt große Fortschritte, dem Gesundheitskiller Rauchen den Garaus zu machen. Bei Jugendlichen geht die Zahl der Raucher deutlich zurück. Und auch Manager schwören dem Teufel aus der Tabakschachtel weitgehend ab. Nur noch rund zehn Prozent der Führungskräfte greifen zur Zigarette, auch die teure Havanna-Zigarre als Symbol des beruflichen Erfolgs ist in den Vorstandsetagen weitgehend verschwunden.

Ich sehe das aber nur als Zwischenetappe. Denn immer noch werden in Deutschland jährlich 80 Milliarden Glimmstängel verkauft. Das sind 80 Milliarden zu viel, denn die Angst vor Lungen- und Blasenkrebs sowie schwerer Schädigungen von Herz und Kreislauf sind natürlich sehr gut begründet. Selbst der gelegentliche Zigarettenkonsum ist, so neuere Erkenntnisse, problematisch.

Inzwischen macht mir zudem ein relativ neuer Trend Sorgen. E-Zigarette, Zigarettenverdampfer und die Shisha Pfeife sind in Mode. Es wird suggeriert, diese ersatzweise Form des Rauchens sei gefahrenfrei. Offenbar haben die Hersteller erkannt, dass es in einigen entwickelten Ländern, zu denen auch Deutschland gehört, ihrem Kernprodukt an den Kragen geht. Sie haben sich nach Alternativen umgesehen und sind zu einem innovativen substituierenden Produkt gekommen. E-Zigarette statt Zigarette, so wie E-Auto statt Diesel.

Doch wie bei der Mobilität der Zukunft ist es auch beim Rauchen nicht ganz so einfach. Ein paar Fakten: Beim herkömmlichen Zigarettenrauchen wird Tabak an der Zigarettenspitze mit einer Temperatur von 800 – 900 Grad Celsius verbrannt. Was dabei an Schadstoffen entsteht, ist beängstigend. Bei der E-Zigaretten handelt es sich um ein Tabakröhrchen, dessen Tabak auf rund 350 Grad erhitzt wird. Auch bei der Aufnahme von aromatisierten Flüssigkeiten, inzwischen sind über 7000 Aromastoffe im Handel, sollen vom Raucher deutlich weniger Schadstoffe aufgenommen werden.

Quelle: Handelsblatt

Tabakkonzerne

BAT: Umsatzsprung durch Übernahme von Reynolds

Reynolds-Übernahme lässt BAT glänzen

Der Tabakkonzern British American Tobacco hat 2017 mit der Übernahme von Reynolds American einen kräftigen Umsatzsprung hingelegt, auch der Gewinn wuchs deutlich. Im laufenden Geschäftsjahr will BAT mit elektronischen Alternativen zur klassischen Zigarette eine symbolische Umsatzschwelle knacken.

Rest leider nur mit Bezahlung lesbar…

Quelle: Lebensmittelzeitung

Justiz

Niederlande: Strafanzeigen gegen Tabak-Industrie abgewiesen

Ein Bündnis wollte, dass die niederländische Justiz gegen vier Tabakkonzerne ermittelt. Die Staatsanwaltschaft sieht jedoch keine Aussicht auf Erfolg.

Die niederländische Justiz wird gegen vier Tabak-Konzerne kein Ermittlungsverfahren wegen Mordes oder Totschlags einleiten. Die Zigarettenhersteller handelten im Rahmen des Gesetzes, erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Amsterdam. Ein möglicher Prozess habe daher keine Aussicht auf Erfolg. Strafanzeigen von Organisationen und Patienten wurden abgewiesen.

Die Amsterdamer Anwältin Bénédicte Ficq hatte im Namen von Lungenkrebs-Patienten und einer Organisation bereits 2016 Strafanzeige erstattet. Die Hersteller stellten Zigaretten bewusst so her, dass Menschen süchtig würden, sagte sie. Daher sei die Industrie schuldig an Mord oder Totschlag, Betrug und Körperverletzung. Krankenhäuser, Ärzte und andere Organisationen hatten sich der Klage angeschlossen. Sie wollen nun über ein Gerichtsverfahren ein Verfahren erzwingen.

Quelle: Handelsblatt

Werbung

Partnerschaft Philip Morris und Ferrari: Werbeverbot umgehen?

Tabakkonzern Philip Morris – bekannt durch Marlboro – und Ferrari werden ihre Zusammenarbeit bis 2021 verlängern – Wird das Werbeverbot umgangen?

Tabakkonzern Philip Morris und das Formel-1-Team Ferrari haben ihre Partnerschaft offiziell bis 2021 verlängert. Das amerikanische Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren mit der Scuderia verbunden und vor allem durch das Sponsoring mit seiner Zigarettenmarke Marlboro bekannt geworden. Auch nach dem Eingreifen des Tabakwerbeverbotes war man mit seinem ikonischen Strichcode-Design noch auf dem Ferrari vertreten.

2018 möchte Philip Morris zusammen mit Ferrari nun eine neue Botschaft verbreiten. Laut dem Unternehmen fokussiert sich die Partnerschaft nämlich ab sofort ausschließlich auf einen rauchfreien Nikotinkonsum. “Wir wollen den 1,1 Milliarden Rauchern auf der Welt die Möglichkeit geben, eine bessere und besser informierte Wahl zu treffen”, betont Konzernchef Andre Calantzopoulos. “Wir schätzen Ferraris Unterstützung in diesem Fall sehr.”

Zwar möchten die Amerikaner laut eigener Auskunft keine produkt-spezifischen Informationen vermitteln, doch zuletzt kamen Gerüchte auf, dass der Hersteller seine E-Zigaretten-Marke IQOS bewerben könnte, bei der Tabak nicht mehr verbrannt, sondern nur noch erhitzt wird. Weil man damit Raucher auf eine gesündere Alternative hinweist, könnte man eine Ausnahmegenehmigung bezüglich des Werbeverbotes suchen.
ANZEIGE

Laut italienischen Medien sollen deswegen auf dem neuen Ferrari auch einige graue Flächen zu sehen sein, die das Weiß der spanischen Bank Santander ablösen. Wie der neue Bolide der Scuderia aussieht, wird sich schon am morgigen Donnerstag (15 Uhr MEZ) zeigen. Weitere Details der Partnerschaft sollen jedoch erst in den kommenden Monaten verkündet werden.

Quelle: Motorsport-total

Niederlande: Rechtliche Situation für Rauchverbote

Seit 2008 gilt in den Niederlanden ein Rauchverbot in der Gastronomie. Nur in ei-gens dafür vorgesehenen Raucherräumen, die bestimmte Kriterien erfüllen müs-sen, durfte weiterhin geraucht werden. Viele Diskothekenbetreiber, Konzertveran-stalter und Gastwirte haben daraufhin Umbaumaßnahmen vorgenommen und reichlich Geld investiert, um ihren Gästen weiterhin eine Möglichkeit zum Rauchen zu bieten. Am 13. Februar 2018 hat der Haager Gerechtshof, eines der vier Beru-fungsgerichte, der Klage des Clean Air Nederland (CAN) stattgegeben und ent-schieden, dass die im Tabak-und Rauchwarengesetz enthaltene Ausnahme vom Rauchverbot rechtswidrig und unwirksam ist. Das unterlegene Ministerium für öffentliche Gesundheit, Wohlfahrt und Sport lässt den Gastronomiebetrieben nun zwei Jahre Zeit, sich auf die neue Rechtslage einzustellen. Die deutschen Medien berichteten damals nicht über das Urteil.

Weiterlesen: Nichtraucher-Initiative Deutschland, Seite 8

Bezug: Bundestag, Wissenschaftlicher Dienst: Generelle Rauchverbote in öffentlichen Räumen. Zur Verbindlichkeit des Art. 8 Tabakrahmenübereinkommen, 14.06.2019

 

Sucht

Schweiz: Zigaretten nur noch ab 18 Jahre

Der Bundesrat hat im Dezember 2017 den zweiten Vorentwurf zum Tabakproduktegesetz in die Vernehmlassung geschickt. Das Gesetz sieht ein Mindestalter 18 in allen Kantonen vor. Im Jahr 2022 soll das Gesetz ­voraussichtlich in Kraft treten. Weiterlesen Tagblatt.ch,  und Presseportal.ch

Werbung

Indien: Gefängnis für Pierce Brosnan wegen verbotener Tabakwerbung?

Dem Schauspieler Pierce Brosnan (64) droht in Indien eine Gefängnisstrafe, weil er für einen gesundheitsschädlichen Atemerfrischer geworben hat. Der frühere James-Bond-Darsteller bewirbt eine Mischung aus Betelnuss und Gewürzen, die für besseren Atem gegessen wird. Weil der Hersteller die Kampagne mit Brosnan auch nutzte, um ein Produkt mit Kautabak zu bewerben, drohen dem Hollywoodstar zwei Jahre Haft. Tabakwerbung ist in Indien verboten.

Quelle: Hamburger Abendblatt

GroKo: Tabakwerbeverbot und Lobbyregister gestrichen

Entgegen ihrer ursprünglichen Planungen haben Union und SPD laut „Spiegel“ im Endspurt der Koalitionsverhandlungen die Einführung eines Registers für Lobbyisten und ein Tabakwerbeverbot noch gestrichen. Mit einer entsprechenden Datenbank könnten die Identität von Lobbyisten, ihre Auftraggeber und ihre Finanzierung offengelegt werden.

In einem Vertragsentwurf hieß es dem Nachrichtenmagazin zufolge noch: „Wir wollen mit einem verpflichtenden Lobbyregister Transparenz schaffen, ohne wirksames Regierungshandeln oder die freie Ausübung des parlamentarischen Mandats einzuschränken.“ Für die Streichung macht SPD-Unterhändler Ulrich Kelber dem Bericht zufolge die CSU verantwortlich.

Beim Verbot von Tabakwerbung an Außenflächen hatten die Unterhändler der zuständigen Arbeitsgruppe sich laut „Spiegel“ bereits auf einen Passus geeinigt. „Wir werden das Tabakaußenwerbeverbot umsetzen“, habe es dort geheißen. In der Schlussfassung des Koalitionsvertrags taucht der Satz nicht mehr auf. Er sei auf Druck der Unionsfraktionsspitze gestrichen worden. Deutschland ist nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums das letzte EU-Land, in dem noch uneingeschränkt Außenwerbung für Tabakerzeugnisse zulässig ist.

In der vorigen Legislaturperiode hatte sich das Kabinett der großen Koalition auf einen Gesetzentwurf geeinigt, nach dem Zigarettenwerbung auf Plakatwänden, Litfaßsäulen und im Kino von Juli 2020 an verboten werden sollte. Das Gesetz wurde aber nie beschlossen. Schon damals sperrte sich vor allem die Unionsfraktion.

Quelle: Focus, Spiegel

Tabakkonzerne

Schweiz: Minderjährige besser schützen

Der Bundesrat möchte mit dem neuen Bundesgesetz über Tabakprodukte und elektronische Zigaretten einheitliche Vorschriften für Tabakprodukte schaffen. Das neue Gesetz soll insbesondere Minderjährige besser schützen. Der Regierungsrat befürwortet dieses Bestreben.

Weiterlesen: Solothurner Zeitung