Tabakkonzerne

Philip Morris: Spende an Elternverein des Erzbistums München-Freising verteidigt

Nach Kritik hat der Tabakkonzern Philip Morris seine Spenden an das Erzbistum München-Freising verteidigt. Der Zigarettenhersteller spendete von 2010 bis 2016 mehr als 600 000 Euro an eine Münchner Elternschule, die von der Jugendfürsorge der Erzdiözese betrieben wird, wie das Unternehmen am Donnerstag bestätigte. Der Konzern sei am Konzept der Einrichtung beteiligt gewesen. Wie hoch die Spenden an das Erzbistum im vergangenen Jahr waren, konnte der Konzern noch nicht sagen. Andere deutsche Bistümer hätten keine Spenden erhalten. Das Forum Rauchfrei kritisierte die Zahlungen.

“Wir halten es für völlig unangebracht, dass eine Einrichtung wie die katholische Kirche Gelder von der Tabakindustrie kassiert”, sagte der Sprecher des Forums, Johannes Spatz. Die Kirche helfe damit der Industrie, als verantwortungsvoller Partner der Gesellschaft zu erscheinen.

Quelle: Heimatzeitung

Tabakkonzerne

USA: Tabakindustrie schaltet Werbung gegen das Rauchen

27.11.2017 – US-Tabak-Multis müssen auf richterliche Anordnung nun über die Gefahren des Rauchens aufklären. Elf Jahre lang hatten sie sich gewehrt.

„Rauchen tötet 1200 Amerikaner. Jeden Tag.“ – Oder: „Pro Tag sterben mehr Menschen durch Rauchen als durch Aids, Mord, Selbstmord, Drogen, Autounfälle und Alkohol zusammengerechnet.“ Elf Jahre lang haben sich Amerikas Tabak-Multis mit Hundertschaften von Anwälten erfolgreich dagegen gestemmt, solche Sätze auf eigene Kosten zu veröffentlichen.

Seit Sonntag müssen Hersteller wie Altria (Marlboro, L&M) und British American Tobacco (Lucky Strike, Camel) auf Grundlage eines Gerichtsurteils die Öffentlichkeit in ganzseitigen Anzeigen in 50 großen Tageszeitungen und TV-Spots in drei großen Fernsehsendern ein Jahr lang schonungslos nicht nur über die Gefahren des Rauchens informieren. Sondern indirekt auch darüber, dass sie die Menschen systematisch belogen und die Folgen des Tabak-Konsums verharmlost haben. Weiterlesen WAZ

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Ärzteblatt: Geld ist stärker als Nikotin

Eine hohe Tabaksteuer hat sich als das wirksamste Mittel erwiesen, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. Geld kann jedoch auch langjährige Raucher motivieren, das Rauchen aufzugeben. Dies zeigt eine randomisierte Studie am Boston Medical Center, die sich speziell an ärmere Patienten mit geringem Bildungsniveau wandte.

Den Rauchern der Klinik wurde zunächst eine Begleitperson, „Navigator“ genannt, zugeordnet. Sie beriet die Raucher zum Konzept der medikamentösen Raucher­entwöhnung und half ihnen bei der Umsetzung, etwa bei der Bestellung und der richtigen Anwendung der Nikotinpflaster.

Außerdem winkten den Teilnehmern 250 US-Dollar, wenn sie nach sechs Monaten in einem Cotinin-Test „clean“ waren. Weitere 500 US-Dollar konnten sie sich verdienen, wenn sie auch den zweiten Test nach sechs Monaten bestanden. Personen, die beim ersten Test durchgefallen waren, erhielten eine zweite Chance. Sie erhielten 250 US-Dollar, wenn sie den zweiten Cotinin-Test bestanden.

Weiterlesen: Ärzteblatt.de

Engagement

Forchheim: Musik gegen Alkohol und Nikotin

Das Einstiegsalter beim Rauchen liegt immer häufiger zwischen elf und zwölf Jahren. Dagegen will Dieter Breivogel mit seiner Band ankämpfen. Am vergangenen Freitag vermittelten sie den 5. und 6. Klassen der Ritter-von-Traitteur-Schule in Forchheim unter dem Motto “Seid stark, sagt Nein”, welche Schadstoffe in Zigaretten enthalten sind und wie man sie am besten ablehnen kann, wenn sie einem angeboten werden.

Weiterlesen:  Nordbayern

Heimspiel für die Tabaklobby

Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ beobachtet das Buhlen der Tabakindustrie um das Festivalpublikum seit einiger Zeit. Sie sieht darin “eine klare Strategie, um junge Menschen tabakabhängig zu machen”. Im Gegensatz zu den Beteuerungen der Tabakindustrie, man spreche auf Festivals nur Raucher an, ziehe die Werbung auch Nichtraucher an, sagt Mons. Außerdem verfolge die Tabakindustrie damit eine langfristige Strategie. An fast jedem Stand ködern die Firmen Gäste mit Gewinnspielen oder kleinen Geschenken wie Feuerzeugen. Im Gegenzug hinterlassen die Besucher oft ihre E-Mail-Adressen oder Telefonnummern. Die Daten sind für die Tabakfirmen wertvoller als jeder verschenkte Krimskrams. Die Kontakte eröffnen das Tor für Dauerbotschaften per E-Mail, Einladungen zu Treueaktionen und Events. Die Taktik, möglichst direkt mit Kunden zu kommunizieren sei “ein Vorgriff auf strengere Regulierung”, vermutet Mons, zum Beispiel, wenn es künftig striktere Werbeverbote für Tabakprodukte geben sollte.

Weiterlesen: Süddeutsche Zeitung

Steuern: Staat verdient mehr an Rauchern

Wiesbaden (dpa) – Der deutsche Fiskus hat im zweiten Quartal mehr an Rauchern verdient. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag wurden 10,9 Prozent mehr versteuerte Zigaretten produziert als im Vorjahreszeitraum.

Auch bei Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak gab es ein Plus. Die Menge des versteuerten Feinschnitts zum Selberdrehen sank dagegen.

Insgesamt wurden Tabakwaren im Verkaufswert von 6,6 Milliarden Euro versteuert. Das waren 0,7 Milliarden Euro oder 11,1 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2016. Der Betrag ergibt sich aus den Steuerzeichen, die Hersteller ordern. Weiterlesen

Tabakkonzerne

Tabakverband: Rückverfolgungssystem bedroht Tabakwirtschaft

Mittelständische Tabakwirtschaft durch geplantes Rückverfolgungssystem für Tabakwaren bedroht – Transparenz im öffentlichen Diskurs

Mitgliederversammlung des Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) wählt neuen Vorstand

Interview Presseportal

Werbung

Deutschland: Schlusslicht beim Tabak-Werbeverbot

Der Bundesgerichtshof befasst sich heute mit der Tabakwerbung. In Deutschland ein schwieriges Thema. Denn wir sind das letzte europäische Land, in dem Außenwerbung für Tabakprodukte uneingeschränkt erlaubt ist – obwohl sie schon seit 2010 verboten sein sollte.

Der Streit um die Tabakwerbung findet regelmäßig in der Politik statt, jetzt auch beim Bundesgerichtshof (BGH). Die Frage, mit der sich die Richter beschäftigen sollen: Darf ein Tabakhersteller auf seinen Internetseiten eine Abbildung von vier gut gelaunten Personen präsentieren, die Tabakerzeugnisse konsumieren. Für den Kläger, der Bundesverband der Verbraucherzentrale, eine unzulässige Tabakwerbung.

Die Beklagte hingegen meint, ihre Webseite sei eine reine Unternehmensdarstellung. Das Bild sei nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht.Egal wie der Rechtsstreit ausgeht – Fakt ist: 74 Prozent der Deutschen sind grundsätzlich für das Ende der Tabakwerbung. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der GfK für das Deutsche Krebsforschungszentrum. Dennoch tut sich Deutschland schwer bei der Umsetzung.

Weiterlesen:

 

05.10.2017 SPIEGEL: Bundesgerichtshof untersagt Tabakwerbung im Internet

20.04.2016 SPIEGEL: Kabinett beschließt Ende der Tabakwerbung

 

Tabakkonzerne

Tabak-Riese setzt auf Werk in Dresden

Zigaretten sind so ungesund wie eh und je, doch den Konzernen dahinter geht es so gut wie lange nicht mehr. Anders als suggeriert, ist der Boom dem Verkauf klassischer Tabak-Produkte geschuldet und nicht etwa Alternativen wie E-Zigaretten.

Diese steuern bislang relativ wenig zu den Einnahmen bei. Allerdings treiben Konzerne das Geschäft voran. Am Montag kündigte der Tabakkonzern Philip Morris an, rund 300 Millionen Euro in den Bau einer neuen Fabrik in Dresden zu investieren. Von 2019 an sollen rund 500 Beschäftigte Tabaksticks für ein elektrisches Tabakerhitzersystem produzieren.

Weiterlesen: Nordwest-Zeitung

Tabakkonzerne

Einheitsverpackungen: „Das ist Markendiebstahl“

Die Idee, Einheitsverpackungen für Tabakprodukte einzuführen, verärgert die Industrie. Sie kritisiert die „Brüssler Überregulierung“ – diese käme Markendiebstahl gleich.

Quelle: EURACTIV