Kinderarbeit wäre in Brasilien eigentlich verboten, sagt Margaret Matos, Ermittlerin im Ministerium für Arbeit in Curitiba. Sie hat 18 Verfahren gegen die Tabakindustrie laufen. Knebelverträge würden Bauern zwingen, ihre Kinder auf die Felder zu schicken. Denn nur mit Kinderarbeit könnten sie soviel Tabak produzieren, wie ihnen die Industrie vorschreibt. „Die Tabakindustrie beutet Kinder und Jugendliche aus. Diese Arbeit ist für die Gesundheit der Kinder höchst gefährlich. Die Industrie unternimmt gar nichts, um dies zu verhindern.“

Schuld daran sind die Knebelverträgen der Tabakfirmen. Die Süddeutsche Zeitung hat das in einem Artikel 2016 am Beispiel von Charles Batison in Malawi aufgezeigt. Er hat sich per Vertrag verpflichtet, seinen Tabak komplett an eine Tabakfabrik zu liefern statt ihn an der Börse anzubieten; die Firma stellt ihm auf Kredit das Saatgut und den Dünger zur Verfügung – doch mit dem Erlös für seine Ernte schafft er es kaum, die Schulden abzutragen. Seinen abgelieferten Rohtabak bekommt Charles Batison in der Landeswährung Kwacha vergütet – Saatgut und Dünger dagegen werden ihm in US-Dollar in Rechnung gestellt. “So tragen wir das Risiko von Währungsschwankungen”, sagte er. Quelle: Süddeutsche Zeitung “Das blutige Geschäft mit den Tabak-Sklaven, 18.6.2016