Klima und Umwelt

Die Menge des weltweit geernteten Tabaks hat sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten fast verdoppelt. 1963 lag die globale Produktion bei knapp 4,3 Millionen Tonnen, 2013 bei fast 7,5 Millionen Tonnen. Der bei weitem größte Rohtabak-Produzent ist China, gefolgt von Brasilien und Indien, den USA, Indonesien und Malawi.

Die Studie „Tabak: unsozial, unfair, umweltschädlich“ der Organisationen Brot für die Welt, Unfairtobacco.org und des Forums Umwelt und Entwicklung macht klar, Tabak ist durch und durch unnachhaltig: Um eine Tonne Rohtabak zu erzeugen, werden knapp 3.000 Kubikmeter Wasser benötigt. Das ist etwa mehr als doppelt so viel wie bei Mais.

Stichwort Nährstoffe: Im Vergleich zu Mais oder Reis entzieht er dem Erdreich ein Vielfaches an Kalium, Phosphor und Stickstoff. Die Böden erodieren zudem schneller als bei allen anderen Nutzpflanzen. Mehr als fünfmal so rasch wie etwa beim Anbau von Baumwolle.

Tabak ist nicht nur bemerkenswert durstig und hungrig, sondern auch anfällig für Schädlinge und Blattkrankheiten – zumal in jenen feuchtwarmen Regionen, in denen sich nicht nur Tabak, sondern auch der Blauschimmel und andere Pilzarten wohlfühlen. Viele Tabakbäuerinnen und -bauern greifen deshalb tief in den Chemiekasten, um diese fernzuhalten.

Quelle: Südwind-Magazin 03-2017