Rauchfrei-Projekt

 

Staunend beobachten wir bei unseren Nachbarn, in den Niederlanden, wie sich Schulen, Spielplätze, Sportvereine, Krankenhäuser und ganze Bezirke rauchfrei machen.

Interessant dabei ist, dass nicht Strafen im Vordergrund stehen, sondern die Wünsche der Bürger*innen, die dann auch auf die Einhaltung achten. Kennzeichen dafür ist das “Rookvrij”-Zeichen, dass wir überall in den Städten und Dörfern vorfinden. Der weiße Haken steht in krassem Gegensatz zum Verbotsschild, dass im Zweifelsfall in Deutschland aufgestellt wird, wenn es um Nichtrauchen recht.

Das Schild rechts haben wir vor der Universitätsklinik Rotterdam fotografiert. Mehr dazu finden Sie hier.

Wir beobachten die niederländische Medien fortlaufend und übersetzen wichtige Artikel.

 

Rauchfreiheit in Deutschland

Wir haben bereits seit 2013 viele Projekte in Schulen durchgeführt und mit Jugendlichen versucht, einen Weg zur Rauchfreiheit zu finden, allerdings zu ihrer individuellen. Das wollen wir nun erweitern. Wie bisher beginnt unsere Arbeit weit entfernt in Brasilien:

 

1. Workshop Kinderarbeit auf Tabakfeldern

In unseren Workshops steht ein kurzer Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens im Mittelpunkt, der alle wesentlichen Fakten aufzeigt. Die Jugendlichen sehen die Notsituation einer Farmerfamilie und der drei Kinder, die schon als 5jährige mithelfen mussten. Eine Ärztin erklärt, wie gefährlich diese Kinderarbeit ist und wie sich das Nikotin bei der Arbeit auf den Körper überträgt. Vertreter der Tabakindustrie zeigen, dass dies nicht ihr Problem ist.

Wir lenken an dieser Stelle die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf die Konzerne, die Schuld tragen an der Situation der Familien auf den Tabakfeldern und damit am Schicksal der arbeitenden Jugendlichen.

 

2. Workshop Tabakmarken und Zigarettenwerbung

Wir bleiben bei den Tabakkonzernen und ordnen zusammen mit den Jugendlichen die Zigarettenmarken den jeweiigen Konzernen zu. So kommen wir zur Werbung, die in Deutschland immer noch erlaubt ist, als dem letzten Land in Europa. Wir stellen bald fest, dass die Werbung stark auf die Wünsche und Phantasien der Jugendlichen abzielt, um sie möglichst schnell zu Raucher*innen zu machen. Der Zusammenhang wird für die Jugendlichen deutlich: Die Konzerne wollen nicht nur an den Kindern auf den Tabakfeldern verdienen und nutzen sie aus, sie wollen auch an ihnen verdienen.

 

Aktionen:

Wir haben drei Postkarten, mit denen die Jugendlichen sich an die Verantwortlichen wenden können:

  • Postkarten an den Bundesgesundheitsminister schreiben, dass er endlich seine Aufgabe macht, für die Gesundheit der Menschen und besonders der Jugendlichen zu sorgen und als letztes Land in der EU endlich die Tabakwerbung abzuschaffen.
  • Postkarten an den Rat der eigenen Stadt schreiben, da auch sie die Tabakwerbung auf kommunalen Werbeflächen verbieten können.
  • Postkarten an die Konzerne, damit sie endlich die Tabakwerbung einstellen und den Menschen auf den Tabakfeldern genug zahlen, damit die Kinder zur Schule gehen können.

Zusätzlich können die Schulen bei uns große Zigarettenatrappen bestellen, die die Jugendlichen beschriften und damit Aufmerksamkeit bei einer Aktion erzeugen können. Wir haben gemeinsam mit einer Hauptschulklasse eine entsprechende Aktion bei einem Fachtag im Rathaus Düsseldorf durchgeführt.

Die Postkarten und die Zigarettenatrappen können in unserem Online-Shop bestellt werden. Dort finden Sie auch die Flyer und den Leitfaden, den wir für die Einbindung des Themas in den Unterricht erstellt haben. Online-Shop

 

3. Workshop Freiheit

Im zweiten Teil möchten wir gemeinsam mit den Jugendlichen den Begriff “Freiheit” in verschiedenen Bereichen und ihre Grenzen erkennen.

Wo beginnt die eigene Freiheit und wo die des Nachbarn? Wo schränke ich mit meinem Freiheitswunsch, andere ein?

In diesem Projekt ist es sehr wichtig, dass die Jugendlichen eine eindeutige Haltung finden. Sie sollen vergleichbare Situationen suchen und Positionen dazu finden.

 

4.  Umfrage

Die Jugendlichen wollen wissen, wie die Anderen an ihrer Schule oder auf der Straße denken. Was ist wichtiger: Rauchen oder Gesundheit? Gemeinsam entsteht ein Fragebogen und auch die Auswertung ist weitgehend Sache der Jugendlichen. Es können auch Interviews durchgeführt werden, die nit Videorekordern aufgezeichnet werden. Es entsteht die Grundlage für einen Film.

 

5. Informationsveranstaltung

Wir laden Expert*innen (Ärztekammer, Lungenfachärzt*innen, Apotheker*innen, Krankenkassen, Krankenhäuser und Politiker*innen und Medien zu einer offenen Veranstaltung) ein, die die Fragen der Jugendlichen beantworten. Wie gefährlich ist das Rauchen? Wie wichtig ist es, nicht als Jugendliche durch Raucher stimuliert zu werden? Sind E-Zigarette oder Shisha-Pfeife ungefährlich? Hier entscheidet sich die Fortsetzung des Projektes. Wollen die Jugendlichen weitermachen und eine rauchfreie Zone fordern? Wenn ja, werden die Expert*innen die Jugendlichen auf diesem Weg begleiten.

Mit der Dokumentation dieser Veranstaltung richten die Jugendlichen ihre Bitte in Form eines Antrages an den Rat eurer Stadt. Ihr findet sicherlich Politiker*innen, die euch dabei helfen. Das wird ein spannender politischer Prozess, in dem ihr viel über unsere Gesellschaft kennenlernt.

 

6. Workshop Strategie für eine rauchfreie Zone entwickeln

Wir stellen die in den Niederlanden entwickelten Formen vor und entwickeln eine Strategie, wie wir diese rauchfreie Zone erreichen können: Die SV einbinden, die Schulleitung, Politiker*innen und Medien.

Einem eigenen Flyer entwickeln, der das Projekt darstellt, die Begründung (Folgen des Rauchens, Kinderrechte, Aufwachsen in einer gesunden Umgebung).

 

7. Aktion entwickeln

Um die Mitschüler*innen mitzunehmen und die Öffentlichkeit zu erreichen, entwickeln die Jugendlichen mit uns eine Aktion in und vor ihrer Schule.

 

Finanzierung

Wir haben dazu eine erste Finanzierung durch die Bezirksvertretung 3 erhalten.

Wir sind ansprechbar: aktion@nikotinkinder.de