Tatsächlich verbieten die Tabakkonzerne die Kinderarbeit. Es gibt strenge Strafen für die Familien, die erwischt werden. Da aber die Tabakkonzerne kein Interesse an den Kontrollen haben, wird sich durch ein Verbot nichts ändern. Und was sollen die Familien auch machen? Die Kinder arbeiten nicht, weil es den Eltern Spaß macht, sondern weil sie sonst nicht überleben können.

Schuld daran sind die Knebelverträgen der Tabakfirmen. Die Süddeutsche Zeitung hat das in einem Artikel 2016 am Beispiel von Charles Batison in Malawi aufgezeigt. Er hat sich per Vertrag verpflichtet, seinen Tabak komplett an eine Tabakfabrik zu liefern statt ihn an der Börse anzubieten; die Firma stellt ihm auf Kredit das Saatgut und den Dünger zur Verfügung – doch mit dem Erlös für seine Ernte schafft er es kaum, die Schulden abzutragen. Seinen abgelieferten Rohtabak bekommt Charles Batison in der Landeswährung Kwacha vergütet – Saatgut und Dünger dagegen werden ihm in US-Dollar in Rechnung gestellt. “So tragen wir das Risiko von Währungsschwankungen”, sagte er. Quelle: Süddeutsche Zeitung “Das blutige Geschäft mit den Tabak-Sklaven, 18.6.2016

Kinderarbeit wäre in Brasilien eigentlich verboten, sagt Margaret Matos, Ermittlerin im Ministerium für Arbeit in Curitiba: Aber „die Tabakindustrie beutet Kinder und Jugendliche aus” Sie hat 18 Verfahren gegen die Tabakindustrie laufen. „Die Industrie unternimmt gar nichts, um dies zu verhindern.“