Die Werbung ist ein Problem

♦ Kinderrecht Gesundheit

Für uns ist es eine Kinderrechtsverletzung, dass Tabakkonzerne Kinder arbeiten lassen. Für uns ist es aber auch eine Kinderrechtsverletzung, wenn die gleichen Tabakkonzerne in Deutschland werben dürfen, mit erklärter Zielrichtung, die Kinder für die tödlichen Drogen anzuwerben.

Interessant ist ganz nebenbei, dass der Europachef von Weltmarktführer Philipp Morris im Spiegel aussagte, er würde seinen eigenen Kindern sagen: “Fangt erst gar nicht mit dem Rauchen an.”

 

♦ Frühe Konditionierung

Die teuersten Agenturen bekommen viele hundert Millionen Euro dafür, sich auszudenken, was Kinder auf den falschen Weg bringen könnte. Und sie sind gut.

Philippe Luchsinger, Präsident des Schweizer Verbands der Haus- und Kinderärzte: «Die Jugendlichen werden weiterhin von der Tabaklobby instrumentalisiert.» Dazu nennt er ein Beispiel: Während 90 Prozent der 6-Jährigen das Disneychannel-Logo als solches erkennen würden, seien es immerhin noch 60 Prozent, die das Kamel mit der Camel-Werbung in Verbindung brächten. «Da bleibt also etwas hängen – genau das wollen wir verhindern.» Quelle

 

Die Politik handelt nicht

Deutschland schafft es als einziges Land der EU nicht, die Tabakwerbung so einzuschränken, wie es eigentlich nach EU-Richtlinien sein müsste. Ich glaube, dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Belgien, Malta, Bulgarien, Polen, Estland, Portugal, Italien, Ungarn… alle können es besser als Deutschland. Dabei hatte sich Deutschland mit dem Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus 2003 vertraglich verpflichtet, die Tabakwerbung umfassend zu verbieten.

Es liest sich wie ein Krimi: In den letzten 10 Jahren sind alle Gesetzesversuche für ein Tabakwerbeverbot in letzter Minute verhindert worden. Der damalige Bundesgesundheitsminister Christian Schmidt ist erbost. “Mein Ziel ist es, die Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, vor dem Rauchen, dem größten vermeidbaren Gesundheitsrisiko, zu schützen. Wer immer noch glaubt, mit der Tabakwerbung müsste ein Stück persönliche Freiheit verteidigt werden, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden.” Die Drogenbeauftragte Mortler fühlt sich bei ihrer Arbeit torpediert. “Es macht keinen Sinn, in den Schulen auf die Gefahren des Rauchens hinzuweisen und den Kindern dann an der Bushaltestelle mit hippen Plakaten der Tabakindustrie das Gegenteil vorzugaukeln”, sagt die CSU-Frau dem SPIEGEL.  Doch es gab aus den eigenen Reihen Widerstand und die hat gesiegt.

 

♦ Neuer Anlauf

Jetzt gibt es von Seiten von Bündnis 90/Die Grünen und der LINKEN einen neuen Anlauf für ein Verbot, dem aber keine Chancen eingeräumt werden.

 

Auch E-Rauchen ist gefährlich

Wirkung wird verharmlost

Die Bundesregierung, zumindest die CDU/CSU liebäugelt mit einem halben Tabakwerbeverbot. Es scheint darauf hinauszulaufen, dass die Tabakindustrie geschont wird und ihrem Wunsch entsprechend nur die Werbung für normale Zigaretten verboten wird.

Für Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sind die Ausnahmen nicht hinnehmbar. „Wir begrüßen, dass endlich Bewegung in die Debatte um ein Tabakwerbeverbot kommt. Die große Koalition darf aber nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern muss endlich Nägel mit Köpfen machen“, sagte Montgomery dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Notwendig ist ein umfassendes Werbeverbot für alle Rauchprodukte, und dazu gehören nicht nur die herkömmlichen Zigaretten, sondern auch E-Zigaretten oder sogenannte Tabakerhitzer“, so der Ärztepräsident weiter. Auch sie seien gesundheitsschädlich: „Es wäre ein Unding, wenn die Industrie weiter für sie werben dürfte.“ (Hannoversche Allgemeine Zeitung)

 

Die WHO warnt

Der Dampf von E-Zigaretten enthält mitnichten bloss Wasserdampf, sondern neben dem als krebserregend geltenden Nikotin zudem weitere schädliche Stoffe wie Propylenglycol, Diacetyl und zahlreiche andere, deren genaue Effekte noch gar nicht bekannt sind.

Zumindest für Propylenglycol sind kurzfristige Beeinträchtigungen auf die Atemwegsorgane bekannt. Was der Stoff jedoch langfristig im Körper anrichtet, konnte mangels Langzeitstudien noch nicht erforscht werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt bereits seit 2008 vor einer Nutzung der schädlichen E-Zigarette, zuerst, weil sich keine genauen Aussagen über eventuelle gesundheitliche Schäden treffen liessen.

Mittlerweile mehren sich durch zahlreiche Studien jedoch die Hinweise, dass E-Zigaretten keinesfalls “gesund” sind. Ganz im Gegenteil, denn das Dampfen zerstört anscheinend Körperzellen und verursacht ebenso Krebs wie das herkömmliche Rauchen.

Jüngst veröffentlichte Studien zeigen, dass unter Laborbedingungen im Dampf gefährliche, hochreaktive freie Radikale nachgewiesen werden konnten. Diese wiederum führen zu Veränderungen der Zellen, einer Voraussetzung für die Entstehung von Krebs und vielen anderen chronischen Krankheiten.

Zahlreiche Krebsforscher, darunter die renommierte Ärztin Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, haben sich den Warnungen der WHO bezüglich der Giftstoffe und möglichen Langzeitschäden der schädlichen E-Zigaretten längst angeschlossen.

Weiterlesen: Zentrum der Gesundheit

 

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Macht der Tabaklobby

Argumente für und gegen das Tabakverbot

Tabaklobby

Werbeausgaben der Tabakindustrie

Fotoaktion Tabakwerbung