Ein 3-Stunden-Vorschlag für Ihren Unterricht

Material

Papierrolle, 20 Meter, 61 cm breit
15 Filzstifte
Film KASSENSTURZ – Kinderarbeit auf Tabakfeldern
4 Werbeplakate auf A3 Größe ausgedruckt
3 Schaubilder mit Zigarettenschachteln / Börsennotierungen / Logos der größten Konzerne

 

  Die Schüler sitzen im Stuhlkreis
00.00 Wer hat schon mal geraucht? Ist das cool oder uncool? Haben die Schüler*innen Vorbilder?

Ist es möglich, Nikotin aufzunehmen – ohne zu rauchen? Antworten sind dann oft Shisha, Passivrauchen etc.

Erste Informationen zu Kinderarbeit auf Tabakfeldern geben, bei denen die Kinder über die Haut Nikotin aufnehmen. Alles weitere den Film klären lassen.

00.10 Film

“Kinderarbeit auf Tabakfeldern: Leiden für Zigarettenraucher”, Schweizer Fernsehens, Sendung Kassensturz, 2010, 12 Minuten – Dokumentarfilm

00.25 Filminformationen besprechen

Papierrolle – 3 Meter

3 Stichwörter auf die Fläche verteilt aufschreiben: Kinder / Schulden / Nikotin

 

Die Jugendlichen schreiben darum herum ihre Stichworte und Slogans

00.40 Auf die drei Punkte eingehen

– Situation der Kinder:

Können sich die Schüler*innen vorstellen, so viele Stunden arbeiten zu müssen – keine Freizeit, kaum Pausen?

– Situation der Familie:

Wie kommen wohl die Schulden zustande? Die Familie ist völlig abhängig von der Tabakindustrie, die mit Knebelverträgen dafür sorgt, dass keine Guthaben entsteht. Krankheiten werfen die Familie dann schnell zurück, so dass sie Schulden machen müssen. Gibt es auch in Deutschland Berufe, in denen Abhängigkeiten möglich sind?

– Gesundheitliche Probleme:

Welche Symptome haben die Schüler*innen behalten? Haben sie von Erwachsenen schon mal gehört, wie es ist, zuviel geraucht zu haben? Wenn die Kinderarbeiter Probleme in der Schule haben, weil sie sich nicht konzentrieren können und ihnen schwindelig und pbel ist – was bedeutet das für ihre Zukunft?

 

00.55 Was macht die Tabakindustrie

– auf die Aussagen des Filmes eingehen

Die Tabakkonzerne sagen einfach, dass sie die Kinderarbeit verbieten. Durch die Knebelverträge zwingen sie aber die Familien, die Kinder zu beschäftigen.

– Gegensatz: Sagenhafte Gewinne gegen pure Armut

Die börsennotierten Tabakkonzerne machen satte Gewinne. Die drei Börsennotierungen auslegen und die Tabakschachteln zuordnen.

 

01.10 Lobbyarbeit

Was ist Lobbyarbeit? Was wollen Lobbyisten?

Fast alle Parteien bekommen viel Geld von der Tabakindustrie. So wurde der letzte Parteitag der CDU in Essen stark gefördert. Entsprechend ist der Einfluss auf die Arbeit der Politiker.

 

01.25 Tabakwerbung

Wie finden die Jugendlichen Tabakwerbung? Ist sie ihnen überhaupt aufgefallen? Glauben sie, davon beeinflusst zu werden?

Die Lobbyarbeit der Tabakindustrie hat es geschafft, dass Deutschland in der EU als einziges Land die Werbung noch erlaubt. Alle anderen Länder haben eine EU-Richtlinie umgesetzt.

Im letzten Jahr waren sich alle Parteien einig – der Fraktionsvorsitzender der CDU, Volker Kauder, hat das Gesetz in letzter Minute gekippt, gegen seine eigenen Minister.

Jetzt gibt es einen neuen Anlauf der Grünen und auch aus der SPD kommen wieder Stimmen, die diese Blamage beenden wollen.

01.40 Rundgang

4 Stationen – 4 aktuelle Plakate in A3-Format, aufgeklebt auf großem Papier, laden ein zur Auseinandersetzung mit Realitätsgehalt und Verführung.

02.00 Fazit

In einem Rollenspiel sind die Schüler*innen

  1. hier in Deutschland: Schüler, Eltern, Oberbürgermeister, Lobbyist der Tabakindustrie, Werbemanager, Politiker
  2. weit entfernt, in einem Land: Kinderarbeiter, Eltern, Manager der Tabakindustrie, Arzt
02.30 Besprechung der Ergebnisse

– Wer muss handeln?
– Was können wir selbst tun?
– Was müssen die Politiker tun?

02.40 Abschlusstransparent

3 Meter Papier für große Slogans und Mahnungen an Tabakindustrie, Politik und Gesellschaft.

 

Präsentation

Je nach Verlauf könnte einig Tage später eine Präsentation stattfinden. Politiker*innen sprechen mit den Jugendlichen über das Projekt und ihre Vorstellungen.

Medien werden eingeladen.

 

Leitfaden

Im Leitfaden vermitteln wir Ihnen grundsätzliche Informationen zum Thema und die Möglichkeiten, die Schulaktion im Unterricht umzusetzen.
Leitfaden für die Bildungsaktion NIKOTINKINDER

 

Arbeitsblätter

Baingans Geschichte

„Nie wieder zurück auf die Tabakfelder“ sagt Baingan nach den schlimmen Erfahrungen, die auf den Tabakfeldern machen musste. Der 14-jährige Baingan muss arbeiten. In einer kleinen Geschichte haben wir festgehalten, wie es ihm dabei gegangen ist und welche gesundheitlichen Schäden er zurückgehalten hat. Dazu haben wir ein Arbeitsblatt mit Fragen entwickelt.

Die Geschichte wurde von uns mit Experten abgestimmt, so dass sie authentisch ist, auch wenn das Ende der Geschichte ein wenig zu hoffnungsvoll aussieht. Deswegen dürfen Sie den Schülern die Frage stellen, ob sie überzeugt sind, dass Baingan nicht doch wieder zurückkehren muss, weil ihm keine andere Chance bleibt.

Arbeitsblatt 1a Baingans Geschichte
Arbeitsblatt 1b Fragen beantworten

 

Wo die Kinder arbeiten

Wir haben eine Weltkarte erstellt, in der drei Länder nicht bezeichnet wurden. Anstelle der Namen finden Sie eine Linie, auf der die Schüler die entsprechenden Ländernamen eintragen sollen. Es sind die Länder Brasilien, Indien und Malawi.

Arbeitsblatt 2 – Wo KInder arbeiten

 

Die Tabakindustrie

Die Schüler finden im Arbeitsblatt die größten Konzerne und jeweils eine Zigarettenschachtel. Sie sollen recherchieren, welche Konzerne weitere bekannten Marken haben und was sie über die Konzerne herausfinden können. Dabei ist über den chinesischen Konzern wohl kaum etwas zu finden.

Arbeitsblatt 2a – Die größten Konzerne

 

Argumentationshilfe

Es gibt schreckliche Wahrheiten und fast zynische Vergleiche. Wir haben sie einige einfach mal auf eine Seite gesetzt. Vielleicht helfen sie den Schüler*innen,
die Brutalität der Vorgänge zu verstehen.

Arbeitsblatt Argumentationshilfe

 

Zwischen krank und reich

Die Schüler sehen auf der einen Seite die Situation der arbeitenden Kinder und auf der anderen die der Konzerne, die Gewinn machen wollen. Wo ordnen sie sich ein?

Arbeitsblatt 2b – Konflikt zwischen krank und reich

 

Gesetz zu Tabakwerbeverbot verhindert

Wir haben einen Zeitungsartikel der Stuttgarter Nachrichten im Arbeitsblatt wiedergegeben und fordern die Schüler auf, sich eine Meinung dazu zu bilden.  Zum Zeitungsartikel

Arbeitsblatt 3 – Gesetz zu Tabakwerbung verhindert

 

Tabakwerbung und ihre Sprache

Die Schüler betrachten die fünf Werbeplakate und analysieren sie auf Wirkung und Inhalt.

Hier ist der Beitrag des ORF ” interessant, der unter dem Titel “Tabakkonzerne – Kinder als Zielgruppe” in 49 Minuten die ganze Bandbreite von härtesten Marketingmethoden aufzeigt.

Arbeitsblatt 3a – Tabakwerbung und ihre Sprache

 

Wer muss handeln?

Da kommt doch in jedem das Gefühl hoch, dass da endlich was getan werden muss. Aber wer soll was tun? Im Arbeitsblatt suchen die Schüler nach Ideen, was sie selbst – aber auch was Politik und Konzerne machen können.

Arbeitsblatt 4a – Wer muss handeln

 

Unterstützer suchen

Die Schüler können sich überlegen, wer sie bei ihrer Aktion unterstützen können. Das können Persönlichkeiten aus Kultur, Kunst, Kirche oder Sport sein. Sie müssen dabei aber auch konkret werden, wie sie die jeweiligen Personen ansprechen können und sich verpflichten, das auch umzusetzen.

Arbeitsblatt 4 – Unterstützer suchen

 

Politiker ansprechen

Die Düsseldorfer Ratsmitglieder finden Sie hier. Die Düsseldorfer Landtagsabgeordneten finden Sie hier. Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten haben wir auf dem Arbeitsblatt vollständig aufgeführt, weil die herauszufinden nicht ganz einfach ist.

Arbeitsblatt 4c – Die Politik einbeziehen

 

Unterschriftenaktion

Die Schüler können in ihrem Umfeld, in der Schule und vielleicht darüber hinaus Unterschriften sammeln. Die Petition setzt sich dafür ein, dass die Tabakwerbung untersagt und dass die Arbeitsbedingungen der Kinder verbessert wird.

Unterschriftenliste

 

Aktionstag 30. Mai am Haus der Universität

Da der Weltnichtrauchertag 31. Mai ein Feiertag ist, hat der Arbeitskreis „Generation Rauchfrei“ beschlossen, die Abschlussveranstaltung vor dem Haus der Universität durchzuführen. Auf dem Schadowplatz werden wir mit Vertreter*innen von Politik, Medizin,und Gesellschaft dafür demonstrieren, dass Tabakwerbung in unserer Stadt nichts zu suchen hat und uns die Not der Nikotinkinder nicht gleichgültig ist.

Wir bitten alle Schüler*innen, mit ihren Protestplakaten, Transparenten und Unterschriftenlisten zum Aktionstag zu kommen

am 30. Mai 2018
von 14.00 bis 15.00 Uhr

Haus der Universität
Schadowplatz 14
40212 Düsseldorf

 

 

 

Wenn Sie mehr über unsere aktionsgestützte Bildungsarbeit wissen wollen, klicken Sie bitte hier.