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Nikotinkinder

Die Tabakindustrie hat Macht

Insgesamt 182 Staaten haben sich im Rahmen der Weltgesundheitsorganisation WHO dazu verpflichtet, den Tabakkonsum zu bekämpfen und einzuschränken. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Global Center for Good Governance in Tobacco Control“ bewertet regelmäßig, wie weit die einzelnen Länder in dieser Frage vorangekommen sind. In Deutschland beteiligten sich an der Erstellung des „Index zur Einflussnahme der Tabakindustrie“ unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie sowie Organisationen wie Unfairtobacco, die sich für Nichtraucherschutz und gegen den Einfluss der Tabakindustrie engagieren. Autorin: Laura Graen, die uns schon 2013 bei der Entwicklung der Lobby-Aktion Nikotinkinder unterstützt hat. Neben FRIEDENSBAND unterstützen folgende Organisationen den Bericht: Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit (ÄARG), Deutsche Allianz nicht-übertragbare Krankheiten (DANK), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Fachstelle für Suchtprävention Berlin, Frauen Aktiv Contra Tabak (FACT), IFT-Nord Institut für Therapie und Gesundheitsforschung, Rauchfrei Plus – Gesundheitseinrichtungen für Beratung und Tabakentwöhnung, Unfairtobacco, Vivantes Klinikum Neukölln

Tagesschau-Bericht

Download des Berichtes

Tabakkonzerne

Viel Geld für Image und Werbung

Die Tabakkonzerne geben Millionen dafür aus, dass Leute glauben, Rauchen und Nikotin schützt vor Corona. Unfassbar, aber es hilft: Hamsterkäufe haben begonnen!

Die WELT schreibt: „Die viel gescholtene US-Tabakindustrie wirbt damit, im Kampf gegen das Coronavirus helfen zu können. Der Zigarettenriese Reynolds American aus North Carolina beispielsweise, der hinter Marken wie Camel, Newport und Pall Mall steht, erprobt ein Verfahren, bei dem schnell wachsende Tabakpflanzen Impfstoff herstellen.“ WELT

 

Und N-TV.de: „Einer neuen Studie zufolge erkranken aber nur sehr wenige Raucher an Covid-19. Forscher vermuten, dass Nikotin die Vermehrung der Viruszellen bremsen könnte und beginnen mit Tests.“ N-TV

 

 

Der Trick hat funktioniert

„Frankreich hat den Verkauf von Nikotin-Pflastern und anderen Ersatzprodukten vorerst eingeschränkt, um Hamsterkäufe zu verhindern. Grund seien „gesundheitliche Risiken durch exzessiven Konsum oder Missbrauch nach Medienberichten über eine möglicherweise schützende Wirkung von Nikotin“ vor der Lungenkrankheit Covid-19, hieß es in einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret.“ ZDF

 

Die Gegenposition

„Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Virusinfektionen zu erleiden“, so Professor Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Darum stecken sich Raucher auch schneller mit dem Coronavirus an. Außerdem nimmt der Körper jedem Zigarettenzug unzählige Schadstoffe zu sich und die müssen wieder abgebaut werden. Durch Rauchen kann so zu gravierenden Folgekrankheiten kommen. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Lungenkrebs oder Raucherbeine – die Liste der Leiden ist lang. Schulmedizinische Forschungen haben ergeben, dass starke Raucher – statistisch betrachtet – zehn Jahre ihrer Lebenserwartung einbüßen. RTL

Darüber, dass die ACE2-Rezeptoren eine blockierende Wirkung haben, besteht unter Forschern allerdings keineswegs Einigkeit. Die Neurologen James L. Olds und Nadine Kabbani aus Fairfax, Virginia hatten bereits am 18. März eine Studie in The FEBS Journal veröffentlicht. Diese geht davon aus, dass das Nikotin die Zellrezeptoren eher anrege. Sie vermuten daher, dass die Viren dadurch sogar bessere Möglichkeiten haben, in die Zellen einzudringen. Das könne die besonders schweren Verläufe bei Rauchern erklären. Deutsche Welle

Immer mehr Forschungsergebnisse und Studien bestätigen, dass das Rauchen einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus fördert. Wissenschaftler sprechen deshalb klare Empfehlungen aus. FAZ

 

Das französische nationale Tabakkontrollkomitee (CNCT) hat vor Passivrauchen während der Covid-19-Epidemie gewarnt. Laut einer Ende Februar im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie ist klar, dass Raucher besonders anfällig für die Entwicklung schwerer Formen von Covid-19 sind. Diese Bevölkerungsgruppe, deren Atmungssystem durch Rauchen geschwächt wird, ist dem Coronavirus doppelt so stark ausgesetzt wie Nichtraucher. Gilmorehealth

 

Millionen, um Jugendliche einzufangen

Reynolds American fährt nicht nur eine Riesenkampagne, um sein Image aufzubessern. Es setzt auch zum verstärkte Jagd auf zukünftige Raucher*innen an.

 

Camel hat sich schon bei Kindern tief eingeprägt

Für Philippe Luchsinger, Präsident des Verbands der Haus- und Kinderärzte, sind die Risiken der Zigaretten gross: «Neun von zehn Krebserkrankungen haben mit Tabak zu tun.» Auch fast alle Herzinfarkte stünden in einem Zusammenhang mit Tabak, führt er weiter aus. Was bis jetzt im Tabakproduktegesetz festgehalten worden ist, geht ihm zu wenig weit. «Die Jugendlichen werden weiterhin von der Tabaklobby instrumentalisiert.»

Dazu nennt er ein Beispiel: Während 90 Prozent der 6-Jährigen das Disneychannel-Logo als solches erkennen würden, seien es immerhin noch 60 Prozent, die das Kamel mit der Camel-Werbung in Verbindung brächten. «Da bleibt also etwas hängen – genau das wollen wir verhindern.»

Aargauer Zeitung

 

Wir fordern: Sofort Tabakwerbung verbieten

Das Deutschland muss, gerade wegen Corona, sofort aus der Tabakwerbung aussteigen. Es ist unverantwortlich vom Gesundheitsminister, weiterhin Jugendliche ins offene Messer laufen zu lassen. Er vernachlässigt seine Fürsorgepflicht für die Gesundheit der jungen Menschen.

Wir fordern mit der Postkartenaktion den Gesundheitsminister auf, die Tabakwerbung sofort einzustellen.

Die Postkarten können hier  bestellt werden:

 

#Tabakwerbungverbieten

Fotografiert Tabakwerbung, kommentiert sie, setzt sie unter dem Hashtag #tabakwerbungverbieten in die Netze mit der Forderung an den Gesundheitsminister, die Werbung zu verbieten… sofort!

Pfadfinderhaus Erica rauchfrei

Die Pfadfinder St. Pancratius/Maria Immaculata in Erica sind seit rauchfrei. Gemeinderat Raymond Wanders von der Gemeinde Emmen überreichte das Rauchfreischild. Weiterlesen

Rauchfreiheit

03.03.20 Rheinische Post: Rauchfreie Zone in Bilk

Mit einem großen Artikel macht die Rheinische Post auf unsere Bemühnungen aufmerksam, eine erste rauchfreie Zone in Angriff zu nehmen. Weiterlesen Artikel

Nikotinkinder

20.11.19 Workshop NIKOTINKINDER Hulda Pankok Gesamtschule

Rauchfreiheit

Projekt Rauchfrei in der BV3 vorgestellt

Wir konnten das Projekt Rauchfreie Zone auf der Sitzung der Bezirksvertretung 3 vorstellen. Es gab kritische Anmerkungen, aber unser Wunsch, uns finanziell beim Start unseres Projektes zu unterstützen, wurde erfüllt: Wir bekommen 500 Euro!

Rookvrij-Kampagne gewinnt Werbepreis

Die mehrjährige Kampagne für die Generation rauchfrei in den Niederlanden, die im Jahr 2015 begann, hat den Bronze-Effie für die effektivste Werbekampagne in der Kategorie „Social Impact“ erhalten.

Der Preis wurde verliehen, weil die Kampagne so viele Unterstützer motiviert hat. Mehrere Werbeagenturen arbeiten für die Kampagne.
Clean Air Niederland

Imperial Brand: Probleme mit E-Zigaretten

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kann Imperial Brands ein Umsatzplus vorweisen, das Ergebnis geht aber zurück. Der britische Tabakkonzern blickt deshalb pessimistischer in die Zukunft. Er rechnet vor allem im E-Zigarettenbereich mit Problemen.

Obwohl Imperial Brands erst im September eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat, bleiben die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr zum Teil deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Zudem wartete der britische Tabakkonzern mit einem verhalteneren Ausblick für das neue Geschäftsjahr auf.

finanz.net

Bundesregierung: Tatsächlich endlich ein Tabakwerbeverbot?

Bereits in der vergangenen Legislaturperiode gab es Pläne für ein umfassendes Verbot der Tabakwerbung. Dies scheiterte jedoch am am Widerstand der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge will die große Koalition die Tabakwerbung in Deutschland ab 2022 komplett verbieten.

Weiterlesen: Tagesspiegel FAZ ZEIT

Drogenbeauftragte: E-Zigarette ist kein Wellnessprodukt

Mehr Regulierung forderte Ludwig im Bereich Tabakwerbung: Sie sprach sich für ein umfassendes Außenwerbeverbot aus, das alle „Dampfprodukte“ umfassen solle – also auch E-Zigaretten. Während der Konsum klassischer Zigaretten zurückgehe, seien E-Zigaretten weiter auf dem Vormarsch, besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Allerdings gebe es keine Langzeitstudien zu Auswirkungen auf die Gesundheit, sagte Ludwig: „Die E-Zigarette ist kein Wellnessprodukt.“

Deutsche Welle  Ärzteblatt