Sie können die Versuch machen: Achten Sie einmal bewusst darauf, wo Sie überall Zigaretten antreffen. Sie werden sich wundern. Und es wird lange dauern, dann stört es Sie wieder.

Genau das wollen wir bei den Jugendlichen erreichen. Sie sollen die Kippen wieder bewusst sehen. In der Fotoaktion ziehen sie mit ihrem Handy los und suchen und fotografieren sie., auf dem Weg zur Schule, auf dem Schulhof, zu Hause. Es können auch überquillende Aschenbecher sein.

Die Jugendlichen kommentieren ihre Bilder und verschicken sie. In der Schule oder in der Jugendeinrichtung können die Fots ausdrucken und eine Ausstellung damit gestalten.

 

Aktion am 22.05.2019

Am 22.05.2019 wollen wir im Rathaus Düsseldorf zusamme mit dem Bündnis “Generation Rauchfrei” die Ausdrucke zeigen. Näheres folgt.

 

Das Problem ist kriminell gefährlich

Die Entsorgung von Zigarettenstummeln ist aufwendig und teuer. Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert deshalb, dass die Tabakindustrie sich an den Kosten beteiligt. Die Unternehmen haben eine ganz eigene Sichtweise.

Am schlimmsten für die Stadtreinigungen ist das „Cornern“, also wenn Raucher vor der Kneipe an einer Straßenecke zusammenstehen. Hunderte Zigarettenkippen landen dann auf dem Gehweg oder an der Straßenkante, die am nächsten Tag von den Straßenreinigern entsorgt werden müssen. Rund 137 Millionen Zigarettenkippen landen nach einer Berechnung der Stadtreinigung Hamburg jeden Tag auf deutschen Wegen und Straßen – das entspricht rund 50 Milliarden Stummeln pro Jahr.

Das Bundesumweltministerium will dieses Müllproblem nun angehen – und die Tabakunternehmen zur Kasse bitten. „Wer Wegwerfartikel wie Zigaretten herstellt, wird künftig mehr Verantwortung für den Müll übernehmen müssen“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Ministerin will die Tabakindustrie an den Kosten für die Reinigungsarbeiten von weggeworfenen Zigaretten etwa in Stadtparks oder an Stränden beteiligen.

Das Ministerium greift damit eine Initiative des Europaparlaments auf. Das hatte bereits vor Wochen eine Kostenbeteiligung der Tabakbranche als verschärfende Maßnahme zur geplanten Einweg-Plastik-Richtlinie gefordert. Diese Richtlinie wird gerade in der Kommission der Europäischen Union, vom EU-Ministerrat wie auch vom EU-Parlament diskutiert. Noch Ende des Jahres soll es einen Richtlinienentwurf geben.
BAT: Tabaksteuer muss reichen

In der Tabakindustrie sind sich einige Unternehmen des Müllproblems sehr wohl bewusst. Eine direkte Beteiligung an den Reinigungskosten lehnen sie jedoch ab. „British American Tobacco zahlt bereits einen Anteil an diesen Kosten, und zwar indirekt über die Tabaksteuern“, sagte eine Sprecherin von BAT. Ein Teil der rund 14 Milliarden Euro, die in Deutschland durch die Tabaksteuer eingenommen werden, könne sehr wohl für derartige Aufgaben herangezogen werden. Jede weitere Abgabe sei „nicht zielführend“.

BAT als zweitgrößter Zigarettenverkäufer des Landes verweist bei dem Thema zudem auf eigene Aktionen zur Aufklärung und Unterstützung der Raucher. So verteilt der Tabakkonzern Aschenbecher aus Weißblech für unterwegs – etwa bei Konzertveranstaltungen oder Straßenfesten sowie im Sommer an den Stränden.

Andere Tabakunternehmen äußern sich nicht selbst zu dem Müllproblem. „Wir bitten, diese Fragen dem Zigarettenverband zu stellen“, sagte eine Sprecherin des Reemtsma-Konzerns. Der Lobbyverband wiederum verweist auf die bereits geleisteten hohen Abgaben. „Wir sind überrascht, dass die Politik nun noch zusätzliche Belastungen einführen will“, sagte Jan Mücke, der Geschäftsführer des
Zigarettenkippen sind ein besonders schwieriges Müllproblem. Die Zigarettenfilter bestehen unter anderem aus Zelluloseacetat, das sehr langlebig ist und sich erst nach vielen Jahren zersetzt. Zudem bleiben Spuren von Nikotin in den Filtern. Dieser Giftstoff gerät über den Straßenmüll in das Erdreich oder sogar in die Gewässer.

In vielen Kommunen müssen Grundeigentümer bereits Gebühren für die Gehwegreinigung bezahlen, wenn die Wege häufig und stark verschmutzt sind. In Straßen mit vielen Kneipen und Restaurants ist dies etwa in Hamburg die Regel und nicht die Ausnahme. In diesen Fällen zahlen die Eigentümer der Immobilien eine zusätzliche Müllabgabe an die Stadt.

Ohnehin ist das Wegschnippen von Zigarettenkippen in etlichen Städten verboten und wird auch sanktioniert. So sind in Hamburg sogenannte Waste-Watcher, also Müll-Beobachter, unterwegs. Treffen diese Mitarbeiter der Stadtreinigung auf jemanden, der gerade eine Kippe weggeworfen hat, können sie ein Bußgeld von 20 Euro oder mehr verhängen.

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